Kontakt
Schreibservice Seibt
Forsthövel-Lohmannstraße 6
59387 Ascheberg
Homepage:www.schreibservice-seibt.de
Telefon:02599 5019981

Schreibservice Seibt

Nach Regeln Dresing/Pehl Erweiterte Transkription

Erweitertes Transkriptionssystem - Transkriptionsregeln

  • Es wird wörtlich transkribiert, also nicht lautsprachlich oder zusammenfassend. Vorhandene Dialekte werden möglichst wortgenau ins Hochdeutsche übersetzt. Wenn keine eindeutige Übersetzung möglich ist, wird der Dialekt beibehalten, zum Beispiel: Ich gehe heuer auf das Oktoberfest.
  • Wort- und Satzabbrüche werden mit / markiert: „Ich habe mir Sor/ Gedanken gemacht“. Wortdoppelungen werden immer notiert.
  • Wortverschleifungen werden nicht transkribiert, sondern an das Schriftdeutsch angenähert. Beispielsweise wird aus „Er hatte noch so‘n Buch genannt“ wird zu „Er hatte noch so ein Buch genannt“ und „hamma“ wird zu „haben wir“. Die Satzform wird beibehalten, auch wenn sie syntaktische Fehler beinhaltet, beispielsweise: „bin ich nach Kaufhaus gegangen.“
  • Interpunktion wird zu Gunsten der Lesbarkeit geglättet, das heißt bei kurzem Senken der Stimme oder uneindeutiger Betonung, wird eher ein Punkt als ein Komma gesetzt. Dabei sollen Sinneinheiten beibehalten werden.
  • Pausen werden je nach Länge durch Auslassungspunkte in Klammern markiert. Hierbei steht (.) für circa eine Sekunde, (..) für circa zwei Sekunden, (...) für circa drei Sekunden und (Zahl) für mehr als drei Sekunden.
  • Verständnissignale und Fülllaute des Interviewers („mhm, ja, aha, ähm“ etc.) werden nicht transkribiert. Alle Äußerungen des Befragten werden transkribiert. Dies bedeutet auch Fülllaute wie Mhm und Ähm.
  • Eine Antwort, bestehend nur aus „mhm“ ohne jegliche weitere Ausführung, wird als „mhm (bejahend)“, oder „mhm (verneinend)“ erfasst, je nach Interpretation.
  • Besonders betonte Wörter oder Äußerungen werden durch GROSSSCHREIBUNG gekennzeichnet.
  • Jeder Sprecherbeitrag erhält eigene Absätze. Zwischen den Sprechern gibt es eine freie, leere Zeile. Auch kurze Einwürfe werden in einem separaten Absatz transkribiert. Mindestens am Ende eines Absatzes werden Zeitmarken eingefügt. Beispielsweise:
    B: Ich habe es dort #00:02:05-3#
    I: Wo genau? #00:02:05-9#
    B: gekauft. Im Kaufhaus um die Ecke. …
  • Emotionale nonverbale Äußerungen der befragten Person und des Interviewers, die die Aussage unterstützen oder verdeutlichen (etwa wie lachen oder seufzen), werden beim Einsatz in Klammern notiert.
  • Unverständliche Wörter werden mit (unv.) gekennzeichnet. Längere unverständliche Passagen sollen möglichst mit der Ursache versehen werden (unv., Handystörgeräusch) oder (unv., Mikrofon rauscht). Vermutet man einen Wortlaut, ist sich aber nicht sicher, wird das Wort bzw. der Satzteil mit einem Fragezeichen in Klammern gesetzt. Zum Beispiel: (Xylomethanolin?) Generell werden alle unverständlichen Stellen mit einer Zeitmarke versehen, wenn innerhalb von einer Minute keine Zeitmarke gesetzt ist.
  • Sprecherüberlappungen werden mit // gekennzeichnet. Bei Beginn des Einwurfes folgt ein //. Der Text der gleichzeitig gesprochen wird liegt dann innerhalb dieser // und der Einwurf der anderen Person steht in einer separaten Zeile und ist ebenfalls mit // gekennzeichnet. Zum Beispiel:
    B: Ich bin arbeitslos geworden //als unsere Firma//
    I: //Wann war das?//
    B: pleite ging. Vor vier Monaten war das.
  • Die interviewende Person wird durch ein „I:“, die befragte Person durch ein „B:“ gekennzeichnet. Bei mehreren Interviewpartnern (z.B. Gruppendiskussion) wird dem Kürzel „B“ eine entsprechende Kennnummer oder Name zugeordnet (z.B. „B1:“, „Peter:“).
  • Parallel ablaufende Handlungen und nichtsprachliche Vorgänge, die das Interview unterstützen, wie beispielsweise tippen auf einer Tastatur (tippen), notieren mit einem Stift (schreiben), drucken (drucken) werden in Klammern beim Einsatz als Bemerkung notiert.
  • Das Transkription wird als Rich Text Format (.rtf Datei) gespeichert. Bennennung der Datei entsprechend des Audiodateinamens (ohne Endung wav, mp3). Beispielsweise: Interview_04022011.rtf oder interview_schmitt.rtf
  • Anonymisierung nimmt der/die Auftraggeber/in vor.

Quelle: „audiotranskription.de - Transkriptionsservice

Beispiel einer Transkription nach Dresing Pehl - erweiterte Transkription

Quelle: „Praxisbuch Interview, Transkription & Analyse – 6. Auflage



Hinweise zur Audioaufzeichnung

Generell gilt: Ein Transkript kann nur so gut sein wie es die Audioaufnahme ermöglicht! Ihre eigenen Ohren sind ein guter Indikator – ich habe keine besseren Ohren und höre nicht mehr oder besser als Sie! Daher beachten Sie bitte Folgendes:

  1. Nehmen Sie mit höchster Qualität auf und senden Sie mir bitte die Originaldateien. Es muss dabei übrigens nicht zwangsläufig ein professionelles Aufnahmegerät sein. Ein iPhone liefert sehr gute Tonqualität! Bitte stellen Sie den Flugmodus ein. Diktiergeräte jedoch eignen sich nur zum Diktieren. Bitte verwenden Sie es nicht für Interviewaufnahmen.
  2. Testen Sie Ihre Aufnahme vor Interview- oder Projektbeginn. Gerne können Sie mir eine Testdatei zukommen lassen.
  3. Sorgen Sie für eine ruhige Gesprächsatmosphäre in einem geschlossenen Raum mit geschlossenen Fenstern. Bitte vermeiden Sie Straßenlärm von draußen.
  4. Führen Sie Ihre Interviews bitte nicht in Cafés, Kneipen, Restaurants oder sonstigen lauten öffentlichen Plätzen.
  5. Legen Sie das Aufnahmegerät offen auf den Tisch. Bitte verstecken Sie es nicht in der Akten- oder Jackentasche.
  6. Sorgen Sie für einen stabilen, nicht wackelnden Untergrund für das Aufnahmegerät.
  7. Setzen Sie sich mit eher geringerem Abstand neben oder gegenüber Ihren Gesprächspartner.
  8. Legen Sie das Aufnahmegerät zwischen sich und Ihren Gesprächspartner (tendenziell eher zu Ihrem Gesprächspartner hin).
  9. Vermeiden Sie Geräusche in der Nähe des Mikrofons. Dazu zählen u. a. Laptop-Tastaturgeräusche, Papierrascheln, Geschirrklappern.
  10. Unterbrechen Sie die Ausführungen Ihrer Interviewten nicht und sorgen Sie dafür, dass sich alle beteiligten Personen aussprechen lassen.
  11. Vermeiden Sie (vor allem bei Telefoninterviews) ein allzu reges Äußern von Verständnissignalen wie „mhm, mhm“, „ah ja“, „okay, okay“.
  12. Sollten Sie Telefoninterviews führen wollen oder müssen, erzeugt eine Festnetz-zu-Festnetz-Verbindung die beste Tonqualität. Auch hier höre ich gerne in eine Testdatei rein.
  13. Sprechen Sie Ihre Gesprächspartner namentlich an oder lassen Sie diese ihren eigenen Namen vor ihrem jeweiligen Redebeitrag nennen, wenn Sie besonderen Wert auf eine genaue Personenzuordnung legen.